Huren, Homos, Heilige - Ein Rundgang um den Nollendorf- und den Lützowplatz

Strapse

Wir beginnen die Führung am Metropoltheater, das Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. In den 20-er Jahren inszenierte Erwin Piscator hier zahlreiche Theaterstücke, die viel Aufsehen erregten. Eine Aufführung vom „Braven Soldaten Schweijk“, brachte dem Bühnenbildner ein Prozess wegen Gotteslästerung ein. 1930 organisierte Gauleiter Goebbels massive Störungen gegen den Antikriegsfilm „Im Westen nichts Neues“.

Der umliegende Nollendorfplatz ist verbunden mit Namen wie z.B. Max Beckmann, Wilhelm Furtwängler, Else-Lasker Schüler, Samuel Fischer, Friedrich Luft und Walter Mehring. Um den Platz gab es schon immer viele Schwulenkneipen, z.B. das „Eldorado“.

In der Nazizeit wurden diese Lokale geschlossen. Homosexuelle verfolgt, eingesperrt ermordet. Eine Entschädigung gab es nach Kriegsende für die Verfolgten nicht. Eine Gedenktafel am U-Bahnhof Nollendorfplatz erinnert daran.

Weiter geht es durch das Kielgan-Viertel, das nach einem hier ansässigen Gärtnerei- und Gutsbesitzer benannt wurde.

Die Führung endet am Lützowplatz mit der beeindruckenden 12-Apostel-Kirche. Hier erhalten Prostituierte und Drogenabhängige Essen, Kondome und Spritzen.

Treffpunkt: vor dem Metropol-Theater am Nollendorfplatz

Endpunkt: am Lützowplatz

Stadtführer: Bernd Mellentin

Kosten: 10 €

Termin: 9. September 18 14:00 - 16:00